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Die Glasschleife Münchshofen |
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Glasschleifen prägten die Industrie-geschichte der Oberpfalz seit dem 19. Jahrhundert bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts. Von den einstmals mehr als 80 Betrieben ist heute nicht mehr viel zu sehen. Eines der wohl wichtigsten Objekte, neben den Betrieben in Loisnitz, Rohrbach und Traindendorf, befindet sich in der Ortschaft Münchshofen an der westlichen Naab. Weitere Glasschleifen befanden sich auch an der Schwarzach. Die Glasschleifen waren wichtig, da im 19. Jahrhundert die Herstellungs-methode von Flachglas dazu führte, dass dieses zunächst undurchsichtig war und erst durch das Schleifen und Polieren in den Galsschleif- und Polierwerken durchsichtig gemacht werden konnte. |
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Das Ende der Glasschleifen kam daher auch mit der veränderten, modernen Flachglasherstellung im 20. Jahrhundert, dass das Schleifen und Polieren überflüssig machte, da das Glas gleich transparent war. Ein sehr wichtiger Produktionszweig war vor allem die Spiegelherstellung. Die Spiegel wurden mit der Eisenbahn nach Nürnberg und von dort aus bis nach Übersee verhandelt. Die Glasschleife in Münchshofen entstand 1890 mit dem Umbau der Anlage, die ursprünglich als Hammerwerk und Mühle genutzt worden war. Durch den naheliegenden Anschluss ans Eisenbahnnetz seit 1861, konnte der Transport der Werk-stoffe mit Ochsen- oder Pferdekarren zum Bahnhof Loisnitz oder Teublitz erfolgen. Auf insgesamt 150 Poliertischen, die über nur eine Welle mit Wasserkraft angetrieben wurden, stellte man Wellglas milchig, poliert oder klar, her. Dazu kreisten Filzteller über die Glasflächen. Als Poliermittel kam Wasser und Poliermehl zum Einsatz. Dieses Poliermittel, auch Potte genannt, bestand aus Eisenoxid. Der rote Staub ist noch heute in der ganzen Schleife zu sehen.Die Polierdauer für eine Fläche betrug bis zu 12 Stunden, anschließend wurde noch mit der Hand nachpoliert. |
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Der Betrieb lief ohne Unterbrechung, die Arbeitszeit betrug zwischen 8 und 12 Stunden. Nachts waren zwei Personen beschäftigt. Die gesamte Belegschaft umfasste insgesamt 10 bis 15 Leute. Aus Kostengründen wurde der Betrieb 1954 eingestellt Die ehemalige Mühlenanlage wurde durch zwei Turbinen ersetzt, die jetzt Strom produzieren. Die Schleife in Münchshofen soll als Industriedenkmal erhalten bleiben. Es gibt auch Bestrebungen die Anlage als Museum zugänglich zu machen. Weiterhin wurde ein Arbeitskreis für die Erhaltung der "Schleif" ins Leben gerufen. |
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Impressionen der Glasschleife Münchshofen |
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Literatur: |