| "Fledermausaktion"
im Nationalpark des Bayerischen Waldes 10. bis 13. Juni 2003 |
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Wissenschaftliche Leitung und Koordination: Dipl. Forstwirt Rudolf Leitl, Staatl. Forstamt Amberg |
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Dipl. Biologe Ulrich Marckmann und Dipl. Biologe Volker Runkel, beide Lehrstuhl für Zoologie II der Universität Erlangen, (www.biologie.uni-erlangen.de/zoo2/ und vor allem www.biologie.uni-erlangen.de/zoo2/ag_fledermaus2.html) Die Aktion wurde maßgeblich unterstützt und mitgetragen vom Nationalpark des Bayerischen Waldes, Herrn Hans Kiener (www.nationalpark-bayerischer-wald.de/) und Herrn Karl-Heinz Englmaier. Kost und Unterbringung für die 19 Teilnehmer erfolgte im Jugendwaldheim "Wessely Haus" und war für alle frei! |
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Unter Leitung ausgewiesener Spezialisten für Fledermäuse wurde diese "Aufspüraktion" im Nationalpark Bayerischer Wald durchgeführt. Die Teilnehmer versuchten über Netzfänge und Rufaufnahmen per (Zeitdehnungs-) Detektoren möglichst viele Fledermausarten nachzuweisen, die derzeit im Nationalpark des Bayerischen Waldes leben. Das Ergebnis soll in die entsprechenden FFH-Richtlinien eingehen. |
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Rudi und Volker demonstrieren den Netzaufbau |
Neben den wiss. Fachleuten für Zoologie und Waldfauna bestand das "Aufspür-Team" aus Forstwirten, Studenten der Biologie und der Forstwirtschaft und "sonstigen" Fledermausinteressenten. Auf dem Programm standen tagsüber Auswertungen und Geländeerkundungen im Nationalpark, um möglichst gute Gebiete auszukundschaften, die für die nächtlichen Fang- und Aufnahmeaktionen geeignet schienen. Abends erfolgte die Einteilung in drei bis vier Arbeitsgruppen, die an den ausgewählten Gebieten Netze aufstellten und diese von ca. 21:30 Uhr bis weit nach Mitternacht überwachten bzw. das jeweilige Terrain möglichst großflächig mit Detektoren checkten bzw. Rufaufnahmen festhielten. Es stellte sich allerdings als durchaus schwierig heraus, die Netze auch an den Plätzen aufzustellen, die von den Fledermäusen möglichst ohne Echoortung frequentiert werden. |
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Zu einer "besonderen" Plage sollte zudem anderes "Fluggetier" werden, welches für viele Fledermausarten freilich einen Leckerbissen darstellt: Trotz Abwehrmittel in allen Variationen schwirrten diverse Mücken- und Fliegenschwärme um die Häupter der Suchenden, Forschenden und in die Detektoren Lauschenden ... |
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Besonders faszinierend war das (oft noch nach der Gelände-Aktion oder am nächsten Tag erfolgte) Übertragen der Aufnahmen der Fledermausrufe in den Computer, mit einer Spezial-Analyse-Software zur Auswertung und zum Vergleich der Rufe ausgestattet, durch die Spezialisten Volker Runkel und Uli Marckmann. Zu jeder Rufaufnahme wurden genaueste Angaben bzw. Situationsbeschreibungen, wie Uhrzeit, Habitatart, etc. Vorort schriftlich festgehalten (später in Excel-Tabelle erfasst). Auf diese Weise konnten ca. 12 Fledermausarten, deren Echoortung durch (Zeitdehnungs-) Detektor-Aufnahmen fixiert worden waren, v. a. mit Hilfe des Computers ermittelt werden! Allerdings lagen am Ende dieser Fledermausaktion noch nicht alle Ergebnisse vor, welche noch an der Uni Erlangen erarbeitet werden. Per Netz konnten außerdem fünf Fledermäuse gefangen werden, die drei verschiedenen Arten angehören: Wasserfledermaus (Myotis daubentoni), Mopsfledermaus (Barbastella barbastella), Bartfledermaus (Myotis mystacinus?). Da Fledermäuse in ihren vertrauten Geländeabschnitten oft ohne Echoortung quasi nach Gedächtnis fliegen, besteht eine große Wahrscheinlichkeit, sie dort per Spezialnetze (überaus feine Fäden) zu fangen. Die Tiere werden dann schnellstmöglich befreit, vermessen und v. a. Art und Geschlecht bestimmt. Wie bei den Rufaufnahmen sind detaillierte Angaben, z. B. auch Fangort und -zeit wichtig, und diese Daten werden daher in situ auf einem Formblatt schriftlich erfasst. Und danach ging es für die Fledermäuse selbstverständlich wieder ab in die unendliche Freiheit der Wälder!
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Resümee: Organisation und wissenschaftliche Durchführung dieses "Fledermaus-Kurzprojektes" durch die oben genannten Fachleute bzw. den Nationalpark Bayerischer Wald war absolut professionell, so dass mit den in doch relativ knapper Zeit zur Verfügung stehenden Mitteln sehr gute Ergebnisse erzielt werden konnten (siehe erkundete Fledermausarten oben!). Wichtig ist noch, zu erwähnen, dass in der Aktion auch eine zukünftige Diplomandin miteingebunden war, die detailliertere Untersuchungen hierzu in einer Diplomarbeit (Zoologisches Institut II, Uni Erlagen) erstellen wird. Für eine sehr interessierte, aber fachfremde "Museums-Frau", die ihre Freizeit (manchmal aber auch Dienstzeit!!) gerne der Unterwelt und besonders den Fledermäusen im Landkreis Schwandorf widmet, waren diese im Nationalpark Bayerischer Wald verbrachten Tage ein echter Gewinn, sowohl bezüglich des neu hinzugewonnenen Fledermaus-Wissens (Dank an die Fachleute!!!), als auch aufgrund der total netten Atmosphäre und der angenehmen Zusammenarbeit aller TeilnehmerInnen und Koordinatoren! |
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Links: www.nationalpark-bayerischer-wald.de (Homepage Nationalpark Bayerischer Wald) |