| 44.
Jahrestagung des Verbandes der deutschen Höhlen- und Karstforscher mit
50-Jahr-Feier des VHM
und Paralleltagung der ARGE "Höhle-Religion-Psyche" 19. bis 23. Mai 2004 in Aschau/Chiemgau |
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Freitag, 21. Mai 2004: Berbau-Tour-Tag mit Exkursion ins Salzbergwerk (Leitung: Bärbel Vogel) Berchtesgaden, Festabend mit Mammut-Festessen abends Als wir das inzwischen etwas eingetrübte Wetter am Morgen bemerkten, waren wir gar nicht traurig, keine Berg- sondern eine Bergwerks-Tour geplant zu haben. Um 09:00 Uhr trafen wir uns daher kurz vor der Festhalle mit allen Exkursionsteilnehmern und dann ging es auch schon los, Einsatzfahrzeug inklusive düsten wir ab Richtung Berchtesgaden. Auf der Fahrt durch die sehr schöne Bergwelt konnten wir nicht nur die Alpenlandschaft bewundern, sondern es wurde zweimal kurz Halt gemacht, um quasi Interessantes am Wegesrand zu genießen, auf das uns Bärbel Vogel aufmerksam machte, z.B. außergewöhnliche Kalksteinformationen (Karren) oder eine über 1000 Jahre alte, einfach traumhaft gewachsene Linde - da kriegt man und frau dann schon Gänsehaut, bei dem Gedanken, dass dieser Baum tatsächlich schon zu Zeiten Heinrich II. bzw. Otto III. gestanden und die mittelalterliche Epoche der ottonischen Buchmalerei erlebt hat... |
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In Berchtesgaden angekommen wurden alle Teilnehmer dann vom Fahrsteiger Herrn Hans Neumayer begrüßt, wobei wir im Vorbeigehen noch einen Blick in die (Weiß-) Kaue werfen durften... ja das war dann schon gleich der richtige Einstieg für uns bergbaugierigen Oberpfälzer! Nachdem wir Helme, Geleucht und jeweils einen Lebensretter ausgehändigt bekommen hatten, war´s endlich soweit. Wir marschierten rüber Richtung Besucherbergwerks-Eingang und fuhren zunächst ganz regulär mit der Besucher-Grubenbahn ins Bergwerk ein - Glück auf, die Steiger kommen!!! Zur Einstimmung durften wir als erstes einen nett gestalteten, informativen Kurzfilm über den Salzbergbau sehen, um schließlich vom Besucherteil abzweigend ins "richtige", aktive Bergwerk einzufahren ... oh war das eine Wonne!
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Evi und Martin vor der Grubenfahrt |
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Zwar mussten teils weite Strecken und Distanzen überwunden werden, aber das was wir sehen durften, ließ uns einfach nur noch schwelgen: Abbaue, die wieder verfüllt wurden genauso wie solche, die sich erst in der anfänglichen Entwicklungsphase befanden oder aber den sog. "nassen" Abbau, der mit Hilfe von Süßwasser und Bohrspülwerken das Salz aus dem anstehenden Haselgebirge löst, so dass das salzgesättigte Wasser, die Sole, aus dem Bergwerk in Richtung Saline gepumpt werden kann. Um sämtliche Arbeitsschritte und Vorgänge durch "unseren" absolut fachkundigen Fahrsteiger erklärt zu bekommen - wir hätten ihm Tagelang zuhören können - mussten wir uns nicht nur horizontal, sondern ebenso vertikal durch den Berg bewegen. Letzteres geschah - wie sollte es in einem Bergwerk anders sein - mit Hilfe von Förderkörben ... Ev steht endlich mal in einem Förderkorb in einem aktiven Abbau tief unter der Erdoberfläche, hallelujah!! Am liebsten zehn mal hintereinander rauf und runter fahren ... solch Gedanken hüpfen einem da durch den behelmten und beleuchteten Kopf! Für eine absolute Nichttechnikerin waren dann vor allem auch solche Einzelheiten, wie die Wassermengenzählung mit Hilfe eines Röhrlkastens mehr als erstaunlich ... und das konnte "unser" Fahrsteiger, Herr Neumayer, wie sämtliche Bergbaudetails, vortrefflich erklären! Und als er uns dann noch erzählte, er habe sich dafür eingesetzt und selbst mitgeforscht und mitgeholfen, die alten Bezeichnungen und Tafeln mit den Inschriften der z. T. Jahrhunderte alten Stollen der Wasserbaue wieder an ihren ursprünglichen Plätzen aufzuhängen., ja da waren wir echt begeistert von soviel Bergbau-Enthusiasmus! Und das war dann noch was ganz Besonderes, durch die Stollen dieser Wasserbaue zu laufen, die für die Süßwasserzufuhr eingerichtet worden waren ... man gewann und gewinnt nämlich das Wasser für den Abbau Vorort untertage. Viel zu schnell verging die Zeit - ja die Zeit, die hatten wir wahrlich draußen liegen gelassen, unbeachtet völlig vergessen. Und es war kaum zu glauben, dass wir uns über fünf Stunden im Berg aufgehalten hatten und nur schweren Herzens sollte uns das Tageslicht dann doch wieder kriegen! Übrigens, so ganz nebenbei: Das Salzbergwerk in Berchtesgaden ist der älteste noch aktive Bergbau Deutschlands (seit 1517 ununterbrochen in Betrieb)! Kann dies noch getopt werden?
Details zum Bergbau und die technisch korrekten Infos sind übrigens auf der Homepage: www.salzwelt.de/salzbergwerk-berchtesgaden.de zu bekommen, eine Zusammenfassung unserer Exkursionsleiterin Bärbel Vogel ist dabei im Begleitheft zur 44. Jahrestagung des VdHK zu finden (S.34f) Ein ganz besonderes AMU-Dankeschön nochmals an Herrn Hans Neumayer und allezeit "Glück auf"! |
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| Impressionen: | ||||
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Linde |
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Salzbergwerk |
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Salzbergwerk |
![]() Kaue |
![]() Lettenstollen |
![]() Seilfahrt |
![]() Signaltafel |
Füllort |
Gleisanlage |
![]() Untertagewerkstatt |
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Bohrspühlwerk |
![]() Bohrspühlwerk |
![]() Verfüllung |
![]() Röhrlkasten |
![]() Röhrlkasten |
![]() Teilschnittmaschine |
![]() Teilschnittmaschine |
Teilschnittmaschine |
Teilschnittmaschine |
![]() Evi mit Schild |
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Fördermaschine |
![]() Zugang zum Altbergbau |
![]() Querschlag |
![]() Ausbauformen |
![]() Alte Tafel |
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Da wir selbstverständlich die Nähe zum benachbarten EU-Land in Form von billigeren Benzinpreisen genossen und unser Gefährt nicht mit Vollgas durch die Chiemgauer Lande jagen sollte, kamen wir gerade noch rechtzeitig zum "Festessen" zurück - und das war´s dann wirklich - ein FESTESSEN, wie Pansenfüller sich das nicht schöner vorstellen konnte... ja, ja.... und wenn dann die Augn größter sind, als der Magn, dann muss Mama-Ev schimpfen, weil sie es nicht leiden kann, wenn man sich zuviel auf den Teller auflädt, um es dann nicht aufzuessen ... aber die Nachspeise rutschte denn dann doch noch gewaltig runter - Superbia!!! Und so fantastisch das Essen schmeckte, selbstverständlich darf dieser Festabend, der anlässlich des 50. Geburtstages des VHM stattfand, nicht darauf reduziert sein, denn es gab eine Reihe von Grußworten und Vorträgen, die wohl alle Höhleninteressierte aufhorchen ließen, so beispielsweise der von den verschiedensten Mitgliedern gestaltete Vortrag: "Ein halbes Jahrhundert VHM", welcher uns eine überaus reichhaltige Vereinsgeschichte auch anhand zahlreicher Dias präsentierte, eine Vereinsgeschichte, die die (technische) Entwicklung der Höhlenforschung innerhalb der letzten 50 Jahre widerspiegelte; Ausklang waren dabei herrliche Bilder aus der bayerischen und europäischen Höhlenwelt von F. Lindenmayer, Dr. G. Keim und W. Zagler. (Dies alles lässt sich wohl auf der Homepage des VdHK besser nachlesen.) Und dass auch der Höfo sich modebewusst dem jeweiligen Zeitgeschmack, vor allem dem aktuellen Stand der Technik anzupassen weiß, dass durften wir schmunzelnd an einer Modeschau live bewundern, inklusive "R...derm", ein Höhlendessous, das bei Bedarf den stärksten Höhlenbären kleinkriegt ...
Modenschau
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