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Geschichte des Bergbaus in der Oberpfalz
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Der
Bergbau in der Oberpfalz gliedert sich in unterschiedliche Bereiche. Dazu gehörten
u. a. die
Gewinnung von Flussspat, Erz, Braunkohle,
Tonabbau, Pegmatit, und die Gold- und Silbergewinnung, Weiterhin wird bis heute
im Tagebau Kalkstein, Dolomit, Granit, Kies und Kaolin abgebaut.
Informationen zu Rohstoffförderung und Energiegewinnung in heutigen
Landkreis Schwandorf gibt es hier |
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Im Jahr 1800 gräbt der Schneidermeister Andreas Schuster vor seinem Haus in Wackersdorf einen Brunnen. Er grub vergebens um Wasser - dafür stieß er auf Braunkohle. Da zu Beginn noch Untertagebau betrieben wurde, waren die Fördermengen nur sehr gering. 1845 stellte man den Betrieb ein, da die Kosten für die Umstellung auf den rentableren Tagebau zu hoch waren. Die Schächte wurden zerstört und das kleine Wackersdorf geriet in Vergessenheit.
Erst im Jahre 1865 wurde man wieder auf die Braunkohleressourcen aufmerksam. Oskar Miller nimmt das erste Elektrizitätskraftwerk in Ostbayern in Betrieb. Der Brennstoff wurde aus der nahegelegenen Mathiaszeche bezogen.
Auch im Raum Burglengenfeld (Ponholz) wurde Kohle gefördert. Die 1907 errichtete Brikettfabrik rentierte sich wegen des hohen Wassergehaltes und der tonigen Einlagerungen der Kohle nicht. Da sich die Kohle aber gut zur Energieerzeugung eignete, nahm man 1910 das Dampfkraftwerk Ponholz in Betrieb. Während man in Wackersdorf zu dieser Zeit schon Tagebau betrieb musste man in Ponholz erst auf die effizientere Abbauform umstellen. Das Kraftwerk rentierte sich trotzdem nicht lange, zumal in Schwandorf das Großkraftwerk arbeitete. Nachdem schließlich im September 1921 ein Kühlturm einstürzte, wurde das Kraftwerk 1930 stillgelegt. Später wurde Ton gefördert, der sich unter der Kohle befand. Auch heute wird im "Oberpfälzer Schamotte- und Tonwerk Ponholz" noch aktiver Tagebau betrieben.
Zurück zu Wackersdorf. Am 5. Februar 1906 wurde die BBI (Bayerische Braunkohle-Industrie Aktiengesellschaft) ins Leben gerufen. Im Jahr 1928 kommt es zum Bündnis mit der Bayernwerk AG und das Dampfkraftwerk wird ab dem 9. März 1930 mit Wackersdorfer Kohle versorgt. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges förderte man über 1 Millionen Tonnen Braunkohle zu Tage. Dem gigantischen Abbau fiel auch das alte Wackersdorf zum Opfer. Das gesamte Dorf mit 1200 Einwohnern wurde 1953 umgesiedelt. Sogar der Friedhof mit seinen Toten wurde nicht vergessen. |
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Die
Kohlengewinnung verlief ab jetzt im großen Stil mit riesigen Schaufelradbaggern. Bis zur Schließung sollte die BBI 21250 Mitarbeiter
zählen. Ein weiteres Abbaugebiet, Rauber-weiher-
Infos zu den letzten Bandabsetzer BA5 und BA8. |
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(Quelle: Braunkohlenmuseum Wackersdorf Steinberg - mit freundlicher Genehmigung durch H. Korn) |
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1974 wurde eine Kohlenumschlaganlage beschlossen, in der die einheimische mit importierter Kohle aus dem Osten ins Kraftwerk weitertransportiert wurde. Diese Anlage blieb auch nachdem die letzte Kohle im September 1982 gefördert wurde bestehen. Die Schließung war wegen Erschöpfung der Vorräte und der billigeren Importkohle nicht zu verhindern. Im Heimat- und Industriemuseum Wackersdorf/Steinberg ist eine dauerhafte Ausstellung zum Thema eingerichtet. Öffnungszeiten: Sonn- und Feiertage von 14:00 - 17:00 Uhr; Museumssaison ist April bis Oktober. |
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Für die gesamte Übersicht bitte auf die Karte klicken |
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Nach der Auskohlung folgte die Rekultivierung |
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Aus den ehemaligen Gruben entstanden neun mittlere bis große künstliche Seen, so dass Schwandorf der wasserreichste Landkreis Nordbayerns wurde. Zu den wichtigsten Gewässern zählen der Steinberger See, der Murner See und der Brückel See. Die Seen bieten neben ihrem Erholungswert auch die Möglichkeit für viele Sportarten. Neben Segelsport und Tauchen hat auch eine Wasserskianlage Einzug gehalten. |
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Ende des 19. Jahrhunderts wurde im Stullner Raum Flussspat entdeckt. Georg Bauer erwarb 1884 im nahegelegenen Wölsendorf Abbaurechte. Mit primitivsten Mitteln förderten damals drei Bergleute Gestein zu Tage. Wenig später nahm Bauer eine Dampfmaschine für die Haspel und Grubenpumpe in Betrieb. So konnte die Fördermenge im Jahr 1900 bereits auf 1000 Tonnen gesteigert werden. Nach dem Tod Bauers 1912 übernahm der Sohn Hans Bauer die Gruben mit ihren 45 Mitarbeitern. Neben zahlreichen neuen Gruben entsteht auch die Flusssäurefabrik in Stulln. Im 2. Weltkrieg arbeiteten neben Einheimischen auch Gefangen in den Betrieben. So arbeiteten in Stulln in Jahr 1942 zweihundert Strafgefangene aus Flossenbürg. |
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Der Bergbau expandierte, bis die Qualität des Spates immer mehr abnahm und Importprodukte erheblich günstiger eingeführt werden konnten. So kam in den 80er Jahren die Förderung in allen Werken zum Stillstand. |
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Aber auch nach der letzten Grubenfahrt auf der Grube "Hermine" am 27. Mai 1987 bleibt bergmännische Tradition bestehen. So fahren jedes Jahr um Weihnachten die ehemaligen Kumpel in den Stollen zur Mettenschicht ein, um der vergangene Bergbaugeschichte zu gedenken. Auch für die Öffentlichkeit wurde etwas getan. Der Reichartschacht in Stulln und der Kocherstollen in Wölsendorf werden als Besucherbergwerke weiterbe-trieben, so dass auch die Nachwelt noch Einblick in die einst blühende Bergbauzeit der Region hat.
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"Glück Auf!" |
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